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08.01.2009 Weihnachtlicher Liederabend

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Peter Cornelius
(1824-1874)

Weihnachtslieder op. 8 (1856)
Christbaum
Die Hirten
Die Könige
Simeon
Christus der Kinderfreund
Christkind
Max Reger
(1873-1906)

aus Zweiundfünfzig leicht ausführbare Vorspiele zu den gebräuchlichsten evangelischen Chorälen op. 67:

Nun komm, der Heiden Heiland
Mit Ernst, o Menschenkinder
Allein Gott in der Höh sei Ehr
Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
Vom Himmel hoch, da komm ich her
Jesus ist kommen
Wie schön leuchtet der Morgenstern

Hugo Wolf
(1860-1903)

Lieder zur Weihnacht, zusammengestellt aus verschiedenen Zyklen

Nun wandre, Maria (Spanisches Liederbuch I Nr. 3)
Führ mich, Kind (Spanisches Liederbuch I Nr. 5)
Ach, des Knaben Augen (Spanisches Liederbuch I Nr. 6)
Schlafendes Jesuskind (Mörike-Lieder Nr. 25)
Die ihr schwebt (Spanisches Liederbuch I, Nr. 4)
Auf ein altes Bild (Mörike-Lieder Nr. 23)
Zum neuen Jahr (Mörike-Lieder III Nr. 27)

Falko Hönisch (Heidelberg), Bariton
Christian Stähr, Orgel/Klavier

Cornelius: Weihnachtslieder
Texte vom Komponisten


Christbaum

Wie schön geschmückt der festliche Raum!
Die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! o seliger Traum!

Die Mutter sitzt in der Kinder Kreis;
Nun schweiget alles auf ihr Geheiß:
Sie singet des Christkinds Lob und Preis.

Und rings, vom Weihnachtsbaum erhellt,
Ist schön in Bildern aufgestellt
Des heiligen Buches Palmenwelt.

Die Kinder schauen der Bilder Pracht,
Und haben wohl des Singen acht,
Das tönt so süß in der Weihenacht!

O glücklicher Kreis im festlichen Raum!
O goldne Lichter am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! o seliger Traum!


Die Hirten

Hirten wachen im Feld;
Nacht ist rings auf der Welt;
Wach sind die Hirten alleine
Im Haine.

Und ein Engel so licht
Grüßet die Hirten und spricht:
"Christ, das Heil aller Frommen,
Ist kommen!"

Engel singen umher:
"Gott im Himmel sei Ehr!
Und den Menschen hienieden
Sei Frieden!"

Eilen die Hirten fort,
Eilen zum heilgen Ort,
Beten an in den Windlein
Das Kindlein.


Die Könige

Drei Könige wandern aus Morgenland;
Ein Sternlein führt sie zum Jordanstrand.
In Juda fragen und forschen die drei,
Wo der neugeborene König sei?
Sie wollen Weihrauch, Myrrhen und Gold
Dem Kinde spenden zum Opfersold.

Und hell erglänzet des Sternes Schein:
Zum Stalle gehen die Kön'ge ein;
Das Knäblein schaun sie wonniglich,
Anbetend neigen die Könige sich;
Sie bringen Weihrauch, Myrrhen und Gold
Zum Opfer dar dem Knäblein hold.

O Menschenkind! halte treulich Schritt!
Die Kön'ge wandern, o wandre mit!
Der Stern der Liebe, der Gnade Stern
Erhelle dein Ziel, so du suchst den Herrn,
Und fehlen Weihrauch, Myrrhen und Gold,
Schenke dein Herz dem Knäblein hold!


Simeon

Das Knäblein nach acht Tagen
Ward gen Jerusalem
Zum Gotteshaus getragen
Vom Stall in Bethlehem.

Da kommt ein Greis geschritten,
Der fromme Simeon,
Er nimmt in Tempels Mitten
Vom Mutterarm den Sohn;

Vom Angesicht des Alten
Ein Strahl der Freude bricht,
Er preiset Gottes Walten
Weissagungsvoll und spricht:

"Nun lässest du in Frieden,
Herr, deinen Diener gehn,
Da du mir noch beschieden,
Den Heiland anzusehn,

Den du der Welt gesendet,
Daß er dem Heidentum
Des Lichtes Helle spendet
Zu deines Volkes Ruhm!"

Mit froh erstaunten Sinnen
Vernimmt's der Eltern Paar,
Dann tragen sie von hinnen
Das Knäblein wunderbar.


Christus der Kinderfreund

Das zarte Knäblein ward ein Mann,
Erlöst uns von der Sünde Bann;
Doch neigt er freundlich immerdar
Und liebend sich zur Kinderschar.
Habt ihr den Ruf des Herrn vernommen,
Des Heilands Stimme mild und weich?
"Lasset die Kleinen zu mir kommen,
Denn ihrer ist das Himmelreich!"

Mich aber mahnt die Weihnachtszeit
An Träume der Vergangenheit;
Erinnrungsodem hauchet mild
Den Schleier von der Kindheit Bild;
Da Lichter hell am Baum erglommen,
Ist mir, als würd ich Kindern gleich,
Als dürft ich mit euch Kleinen kommen,
Zu teilen euer Himmelreich.


Christkind

Das einst ein Kind auf Erden war,
Christkindlein kommt noch jedes Jahr.

Kommet vom hohen Sternenzelt,
Freut und beglücket alle Welt!

Mit Kindern feiert's froh den Tag,
Wo Christkind in der Krippe lag;

Den Christbaum zündet's überall,
Weckt Orgelklang und Glockenschall.

Christkindlein kommt zu arm und reich,
Die Guten sind ihm alle gleich.

Danket ihm denn und grüßt es fein,
Auch euch beglückte Christkindlein!

Wolf: Lieder zur Weihnacht

Nun wandre, Maria

Nun wandre, Maria, nun wandre nur fort.
Schon krähen die Hähne, und nah ist der Ort.

Nun wandre, Geliebte, du Kleinod mein,
Und balde wir werden in Bethlehem sein.
Dann ruhest du fein und schlummerst dort.
Schon krähen die Hähne und nah ist der Ort.
Wohl seh ich, Herrin, die Kraft dir schwinden;
Kann deine Schmerzen, ach, kaum verwinden.
Getrost! Wohl finden wir Herberg dort.
Schon krähen die Hähne und nah ist der Ort.

Wär erst bestanden dein Stündlein, Marie,
Die gute Botschaft, gut lohnt ich sie.
Das Eselein hie gäb ich drum fort!
Schon krähen die Hähne und nah ist der Ort.

(Paul Heyse (1830-1914) nach dem spanischen "Camino a Belén" von Ocaña (+ um 1600))


Führ mich, Kind, nach Bethlehem

Führ mich, Kind nach Bethlehem!
Dich, mein Gott, dich will ich sehn.
Wenn geläng' es, wem,
Ohne dich zu dir zu gehn!

Rüttle mich, daß ich erwache,
Rufe mich, so will ich schreiten;
Gieb die Hand mir, mich zu leiten,
Daß ich auf den Weg mich mache.

Daß ich schaue Bethlehem,
Dorten meinen Gott zu sehn.
Wem geläng' es, wem,
Ohne dich zu dir zu gehn!

Von der Sünde schwerem Kranken
Bin ich träg und dumpf beklommen.
Willst du nicht zu Hülfe kommen,
Muß ich straucheln, muß ich schwanken.

Leite mich nach Bethlehem,
Dich, mein Gott, dich will ich sehn.
Wem geläng' es, wem,
Ohne dich zu dir zu gehn!

(Paul Heyse nach dem spanischen "Llevadme, niño, á Belen" (anonymer Dichter))


Ach, des Knaben Augen

Ach, des Knaben Augen sind
Mir so schön und klar erschienen,
Und ein Etwas strahlt aus ihnen,
Das mein ganzes Herz gewinnt.

Blickt' er doch mit diesen süßen
Augen nach den meinen hin!
Säh er dann sein Bild darin,
Würd' er wohl mich liebend grüßen.

Und so geb' ich ganz mich hin,
Seinen Augen nur zu dienen,
Denn ein Etwas strahlt aus ihnen,
Das mein ganzes Herz gewinnt.

(Paul Heyse nach einem spanischen Gedicht von Lopez de Ubeda)


Schlafendes Jesuskind

Sohn der Jungfrau, Himmelskind! am Boden,
Auf dem Holz der Schmerzen eingeschlafen,
Das der fromme Meister, sinnvoll spielend,
Deinen leichten Träumen unterlegte;
Blume du, noch in der Knospe dämmernd
Eingehüllt die Herrlichkeit des Vaters!

O wer sehen könnte, welche Bilder
Hinter dieser Stirne, diesen schwarzen
Wimpern sich in sanftem Wechsel malen!
[Sohn der Jungfrau, Himmelskind!]

(Eduard Mörike (1804-1875))


Die ihr schwebet

Die ihr schwebet
Um diese Palmen
In Nacht und Wind,
Ihr heilgen Engel,
Stillet die Wipfel!
Es schlummert mein Kind.

Ihr Palmen von Bethlehem
Im Windesbrausen,
Wie mögt ihr heute
So zornig sausen!
O rauscht nicht also!
Schweiget, neiget
Euch leis und lind;
Stillet die Wipfel!
Es schlummert mein Kind.

Der Himmelsknabe
Duldet Beschwerde,
Ach, wie so müd er ward
Vom Leid der Erde.
Ach nun im Schlaf ihm
Leise gesänftigt
Die Qual zerrinnt,
Stillet die Wipfel!
Es schlummert mein Kind.

Grimmige Kälte
Sauset hernieder,
Womit nur deck ich
Des Kindleins Glieder!
O all ihr Engel,
Die ihr geflügelt
Wandelt im Wind,
Stillet die Wipfel!
Es schlummert mein Kind.

(Emanuel von Geibel (1815-1884) nach dem spanischen "Cantarcillo de la Virgen" von Lope Felix de Vega Carpio (1562-1635))


Auf ein altes Bild

In grüner Landschaft Sommerflor,
Bei kühlem Wasser, Schilf, und Rohr,
Schau, wie das Knäblein Sündelos
Frei spielet auf der Jungfrau Schoss!
Und dort im Walde wonnesam,
Ach, grünet schon des Kreuzes Stamm!

(Eduard Mörike)


Zum neuen Jahr

Wie heimlicher Weise
ein Engelein leise
mit rosigen Füßen
die Erde betritt,
so nahte der Morgen.
Jauchzt ihm, ihr Frommen,
ein heilig Willkommen!
ein heilig Willkommen!
Herz, jauchze du mit!

In Ihm sei's begonnen,
der Monde und Sonnen
an blauen Gezelten
des Himmels bewegt.
Du, Vater, du rate!
Lenke du und wende!
Herr, dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt!

(Eduard Mörike)