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08.09.2008 Musik für Barockoboe und Cembalo

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Alexander Puliaev und Karla Schröter

Auf dem Programm stehen Oboensonaten des 18. Jahrhunderts deutscher Komponisten, sowie Cembalowerke von Johann Sebastian Bach und Scarlatti. Hierbei gibt es einen „neuen“, noch unbekannten Komponisten zu entdecken, Johann Sigismund Weiss: geboren 1690 in Breslau als Sohn eines Lautenisten und jüngerer Bruder des bekannteren Silvius Leopold Weiss. Er wirkte in der Düsseldorfer Hofkapelle und danach bis zu seinem Tode 1737 in Mannheim. In der berühmten Brüsseler Handschrift Litt.XY.15.115 der Bibliothèque du Conservatoire, sind zahlreiche Flöten- und auch Oboensonaten von ihm erhalten, von denen je zwei von ihm und von Georg Friedrich Händel erklingen werden.
Eine Gesamteinspielung aller Oboensonaten dieser beiden Komponisten durch das Ensemble CONCERT ROYAL, Köln ist auf CD erschienen und kann nach diesem Konzert bei den Musikern käuflich erworben werden.
Georg Friedrich Händel
(1685-1759)

Sonata F-Dur HWV 363a für Oboe und Basso continuo
("Sonata XLVI/Hautb. Solo del Sr. Hendel aus der Brüsseler Sammelhandschrift 15.115)
Adagio - Allegro - Adagio - Bourrée angloise - Menuet


Domenico Scarlatti
(1685-1757)

Sonate C-dur K.132
Sonate C-dur K.133
für Cembalo


Johann Sigismund Weiss
(um 1690-1737)

Sonata B-Dur für Oboe und Basso continuo
(Solo LI/ Hautbois aus der Brüsseler Sammelhandschrift 15.115)
Andante - Allegro - Adagio - Vivace - Presto


Johann Sebastian Bach
(1685-1750)

Toccata D-Dur BWV 912 für Cembalo


Johann Sigismund Weiss
(um 1690-1737)

Sonata g-moll für Oboe und Basso continuo
(Solo LII/di Sr. Weiss/Hautbois Solo" aus der Brüsseler Sammelhandschrift 15.115)
Adagio - Rondeau - Sarabande - Gigue (Presto)


Die Ausführenden:
Mitglieder des Ensembles « CONCERT ROYAL », Köln
Karla Schröter, Barockoboe
Alexander Puliaev, Cembal

CONCERT ROYAL, Köln - Bläserensemble auf historischen Instrumenten
Die Aufführung von Bläsermusik des 18. Jahrhunderts mit dem originalen Instrumentarium der jeweiligen Epochen und Länder ist das Hauptanliegen des von der Oboistin Karla Schröter 1987 gegründeten Ensembles CONCERT ROYAL, Köln. Hierbei bemüht sich CONCERT ROYAL, Handschriften oder Erstdrucke "neuer Werke", die seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr zur Aufführung gekommen sind, in Archiven und Bibliotheken ausfindig zu machen, um sie wieder zum Erklingen zu bringen. Das Ensemble tritt in variablen Besetzungen vom Duo bis zur vollen Orchesterstärke auf. Es war u.a. Gast bei Musica Flandrica, Belgien, im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, den Arolser Barockfestspielen, dem Festival Mitte Europa, dem Deutschen Mozartfest, dem Rheinischen Musikfest Aachen.
Nach der CD "Bläserkammermusik der Brüder Graun" folgten in diesem Jahr Gesamteinspielungen der Oboensonaten von Georg Friedrich Händel und Johann Sigismund Weiss sowie die Ersteinspielung von Händels Oper "Giove in Argo", alle beim Label Musicaphon, Kassel.
Karla Schröter, die Leiterin des Ensembles, studierte zunächst Orgel und Cembalo in Freiburg, Stuttgart und Amsterdam (Ton Koopman), bevor sie eine intensive Ausbildung auf historischen Oboen-Instrumenten begann; zu ihren Lehrern zählen hier Paul Dombrecht, Marcel Ponseele und Michael Niesemann. Ihre umfangreiche kammermusikalische Erfahrung beruht auf langjähriger Praxis auf diesem Gebiet in unterschiedlichsten Besetzungen und Formationen. Durch ihre Forschungstätigkeit in Bibliotheken im In- und Ausland können die Programme von „CONCERT ROYAL“ Köln mit immer wieder neuen, noch unbekannten Glanzlichtern im Bereich der Kammermusik aber auch des Oratoriums und der Oper aufwarten.
Alexander Puliaev wurde1962 in St. Peterburg (ehem. Leningrad) geboren. 1985 schloss er sein Klavierstudium am Moskauer Konservatorium bei Wladimir Natansson ab. Nach einigen Jahren der Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker, setzte er seine Ausbildung am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam bei Anneke Uittenbosch (Cembalo) und Stanley Hoogland (Hammerflügel) fort. 1993 wurde er beim Internationalen Cembalowettbewerb in Warschau Preisträger. Seit 1998 lebt Alexander Puliaev in Deutschland, wo er auch an der Musikhochschule Köln (Abteilung Wuppertal) unterrichtet. Als Solist und Kammermusiker ist er international gefragt, und hat bereits mit Dirigenten wie Peter Schreier, Ivor Bolton, Marcus Creed, Christoph Spering zusammengearbeitet. Im kammermusikalischen Bereich bestehen Partnerschaften mit Dorothee Oberlinger, Anton Steck, Hille Perl, Christoph Meier, Ensemble 1700, Kontraste Köln, Concerto Köln, Das Neue Orchester Köln.
Alexander Puliaev tritt regelmäßig bei den internationalen Musikfestivals in aller Welt auf (Nantes, Schleswig-Holstein Musik-Festival, Festa da Musica in Lissabon, Stockstädter Musiktage, Arolser Barock-Festspiele, Banchetto Musicale in Vilnius usw.) Er hat diverse CD-Aufnahmen bei BIS und MARC AUREL Edition eingespielt.